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Abgase verstärken Aggressivität von Ambrosia-Pollen

Bad Homburg, 17. April 2018 - Das aus Amerika stammende Beifußblättrige Traubenkraut – auch bekannt als Ambrosia – wächst nicht nur unglaublich schnell, sondern es plagt auch viele Allergiker mit seinen aggressiven Pollen. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Ambrosia-Pollen durch Abgase sogar noch aggressiver werden.

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der TU München konnten in einer gemeinsamen Studie zeigen, dass sich die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft direkt auf die Allergenmenge in den Ambrosia-Pollen auswirkt. Dazu setzten die Wissenschaftler Ambrosia-Pflanzen verschiedenen Stickstoffdioxid-Konzentrationen aus und untersuchten die Pollen anschließend. So konnten sie feststellen, dass die untersuchten Pflanzen durch die Begasung stärker unter Stress standen. Dadurch wiesen ihre Pollen einen höheren Allergen-Anteil auf als die Pflanzen, die niedrigeren Stickstoffdioxid-Konzentrationen ausgesetzt waren. Zudem entdeckten die Forscher unter erhöhter Stickstoffdioxid-Belastung ein bisher unbekanntes Allergen in den Ambrosia-Pflanzen, das starke Ähnlichkeit mit einem Allergen aus Gummibäumen aufweist.

Ambrosia kam vor einigen Jahren von Nordamerika nach Europa. Dort ist die Pflanze bereits als Hauptursache für Allergien bekannt, da die Pollen äußerst aggressive Allergene enthalten. In Deutschland verlängert Ambrosia die Heuschnupfen-Saison durch ihre späte Blüte im Sommer. Durch den Klimawandel und die zunehmende Schadstoffbelastung wird sich das Allergierisiko durch Ambrosia in der Zukunft voraussichtlich erhöhen.

 

Quellen:

Zhao F, Elkelish A, Durner J et al. Common ragweed (Ambrosia artemisiifolia L.): allergenicity and molecular characterization of pollen after plant exposure to elevated NO2. Plant Cell Environ 2016;39(1):147-164. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26177592   

https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/article/27512/index.html  

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