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Auch für Allergiker kommt an Karfreitag Fisch auf den Tisch

Bad Homburg, 30.4.2018 - Fischallergie ist nicht gleich Fischallergie. Das hat ein Forscherteam um Dr. Annette Kühn und Prof. Markus Ollert vom Luxembourg Institute of Health (LIH) und Dr. Martin Sørensen von der Uniklinik Nord Norwegen in Tromsø in einer aktuellen Studie herausgefunden.


Dabei aßen 35 Fischallergiker im Alter zwischen fünf und 19 Jahren über mehrere Tage immer wieder Gerichte mit Kabeljau, Lachs und Makrele bzw. ganz ohne Fisch. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, konnten weder Teilnehmer noch Studienleiter am Aussehen oder Geschmack erkennen, ob in den Gerichten Fisch enthalten war. Das Ergebnis: Bestimmte Fischarten werden auch von Allergikern toleriert, wobei Lachs und Makrele häufiger vertragen werden als Kabeljau.

Grund hierfür ist, dass Fischallergiker unterschiedlich stark auf die im Fisch enthaltenen Allergene reagieren. Viele Studienteilnehmer zeigten Symptome beim häufigsten Allergen Parvalbumin, andere auch bei den Fischeiweißen Enolase und Aldolase. Jeder dritte Betroffene reagiere auf einzelne Fischarten nicht allergisch, so Dr. Annette Kühn. Somit müssen auch Allergiker den Karfreitags-Fisch nicht grundsätzlich vom Speiseplan streichen, sondern lediglich herausfinden, welche Sorte für sie geeignet ist. Dies lässt sich anhand der Antikörper, die Personen mit einer Allergie gegen eine oder mehrere Fischarten haben, näher bestimmen.

Insbesondere für Kinder sind das gute Nachrichten, denn diese leiden häufig unter mehreren Lebensmittelallergien gleichzeitig. Lebenslange Fisch-Abstinenz scheint jetzt also nicht mehr in allen Fällen erforderlich zu sein.

Quelle:

Sørensen, M. et al.: Cross-reactivity in fish allergy: A double-blind, placebo-controlled food-challenge trial. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2017, DOI: 10.1016/j.jaci.2017.03.043

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