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Warum Menschen auf bestimmte Allergene reagieren

Bad Homburg, 23.07.2018 – Nicht nur Ernährungsmuster oder Umwelteinflüsse, sondern vor allem unsere Gene beeinflussen, warum wir allergisch auf bestimmte Dinge reagieren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie vom Institut für Immunologie der Medizinischen Universität Wien. Die Wissenschaftler um den Immunologen Winfried Pickl erforschten die bis dahin unbeantwortete Frage, warum bestimmte Menschen nur allergische Reaktionen gegen bestimmte Allergene entwickeln.

In der Studie analysierten die Forscher an Mäusen, wie genau das Immunsystem gegen Beifuß-Allergene vorgeht. Sie fanden heraus, dass nur die Mäuse, die ein bestimmtes Gen (HLA-DR1) in sich trugen, eine Allergie gegen Beifuß entwickelten.

Außerdem spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle dafür, wie stark die allergische Reaktion verläuft. Waren die Zellen des Immunsystems nämlich auf das Beifuß-Allergen spezialisiert, dann fiel die allergische Reaktion der Mäuse stärker aus  als bei den Kontroll-Mäusen. So kam es teilweise sogar „zum explosionsartigen Ausbruch von Asthma“, so Pickl.

Weitere Analysen zeigten, dass man die Ergebnisse der Studie mit großer Wahrscheinlichkeit auf andere Allergene, wie Ambrosia, Nahrungsmittel oder auch Katzenhaare übertragen kann. Die Studie stellt einen wichtigen Beitrag zur Immunforschung auf dem Gebiet der Allergologie dar und soll die zukünftige Entwicklung von neuen Therapiemethoden vereinfachen.

 

Quellen

Neunkirchner A et al. Genetic restriction of antigen-presentation dictates allergic sensitization and disease in humanized mice. EBioMedicine (2018), doi.org/10.1016/j.ebiom.2018.04.001

https://www.meduniwien.ac.at/web/fileadmin/content/presseservice/presseaussendungen/pdf_2018/PA_Allergien_genetisch_bedingt.pdf

 

 

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