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Neue Erkenntnisse zum „Bauernhof-Effekt“ - Kontakt zu Kühen und Schweinen kann Allergien vorbeugen

Bad Homburg, 28.08.2018 – Bislang wurden vor allem Bakterien für den Schlüssel zum sogenannten „Bauernhof-Effekt“ gehalten. Schweizer Forscher haben jetzt aber herausgefunden, dass noch ein anderer Faktor dazu beiträgt. Der „Bauernhof-Effekt“ besagt, dass Kinder, die auf dem Land beziehungsweise auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener an Asthma und Allergien erkranken als Kinder, die in der Stadt aufwachsen.

In den beiden Studien PARSIFAL und PASTURE wurden mehr als 1.000 Kinder untersucht. Die Forscher wollten herausfinden, ob außer den Mikroben auch das Molekül N-Glycolylneuraminsäure (Neu5Gc), das vor allem in Schweinen und Kühen aber nicht im Menschen vorkommt, Einfluss auf die Gesundheit der Kinder hat.

Das Ergebnis: Bauernhofkinder wiesen eine höhere Konzentration an Antikörpern gegen Neu5Gc auf als Stadtkinder. Bei weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass die Kinder mit höherer Antikörper-Konzentration deutlich weniger anfällig für Asthma und Allergien waren, als Kinder mit niedrigen Konzentrationen an Antikörpern.

Um das Ergebnis zu verifizieren, unternahmen die Forscher ähnliche Untersuchungen an Mäusen, da diese ebenfalls kein Neu5Gc aufweisen. Auch hier zeigte sich ein positiver Effekt des Moleküls, insbesondere im Hinblick auf Asthma-Symptome. Ob und wie man den „Bauernhof-Effekt“ künftig für alle Kinder nutzbar machen kann, muss noch weiter erforscht werden.


Quellen:
Frei R, Ferstl R, Roduit C et al. Exposure to nonmicrobial N-glycolylneuraminic acid protects
farmers' children against airway inflammation and colitis. J Allergy Clin Immunol. 2018;141(1): 382-
390. doi: 10.1016/j.jaci.2017.04.051. Epub 2017 Jun 17.

www.allergieinformationsdienst.de/aktuelles/news/news/article/der-bauernhof-bietetmehr-
gegen-asthma-als-nur-bakterien.html

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