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Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis – genetische Zusammenhänge entdeckt

Bad Homburg, 17.05.2018 – Wer an Asthma leidet, der hat häufig auch mit Heuschnupfen und Neurodermitis zu kämpfen. Aber warum ist das so? In der weltweit größten Allergie-Studie haben Forscher jetzt zum ersten Mal die genetischen Ursachen aller drei Erkrankungen zusammen untersucht. Dabei stellten sie fest, dass das Risiko für Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis meist gemeinsam vererbt wird.


Die Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin verglichen die Daten von über 180.000 Patienten, die entweder an Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis oder an einer Kombination dieser Krankheiten litten mit den Daten von über 180.000 Kontrollpersonen ohne allergische Erkrankung. Dabei konnten sie 136 mit Allergien assoziierte Genregionen (sogenannte Allel-Risiko-Varianten) identifizieren. Diese erhöhen
das Risiko, eine oder mehrere allergische Erkrankungen zu entwickeln. 73 davon wurden zum ersten Mal in diesem Zusammenhang beschrieben.


Das Forscherteam konnte zeigen, dass Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis häufig parallel auftreten, da sie viele der identifizierten Risiko-Varianten teilen. Den Genregionen konnten die Wissenschaftler 244 mögliche Krankheitsgene zuordnen, von denen die meisten an der Regulation des Immunsystems beteiligt sind. Ob es letztendlich zu einer Allergie kommt, ist von weiteren genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen abhängig. Die gemeinsame Vererbung von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis erklärt, warum bestimmte Personen besonders anfällig für Allergien sind.


Quelle:
Ferreira MA et al. Shared genetic origin of asthma, hay fever and eczema elucidates
allergic disease biology. Nat Genet 2017; 49(12): 1752-1757.
Link: www.nature.com/articles/ng.3985

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