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Was macht Kinder gegen Allergien stark? Eine Experten-Einschätzung

Bad Homburg, 13.11.2017 – Die Forschung gewinnt immer mehr Erkenntnisse darüber, welche Faktoren schon in frühester Kindheit oder sogar vorgeburtlich das Risiko für Allergien beeinflussen. Viele Eltern möchten sich dieses Wissen gern für ihren Nachwuchs zunutze machen. Professor Torsten Schäfer (Dermatologe) fasste jüngst in einem Gastbeitrag für die Ärzte Zeitung die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen zusammen.

Geburt und Impfung: Wichtige Meilensteine Kaiserschnitt-Kinder haben möglicherweise ein erhöhtes Allergierisiko.

Schäfer rät daher, dies bei einer Entscheidung über das Geburtsverfahren zu bedenken. Keine Bedenken muss man laut Schäfer bei Impfungen haben. Es gäbe keine Hinweise für eine Steigerung, eher für eine Reduzierung des Allergierisikos durch die gängigen Impfungen, erklärt er und empfiehlt, alle Kinder gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu impfen.

Ernährung: Meiden vermeiden!

Um ihren Nachwuchs vor Allergien zu schützen, meiden viele werdende Mütter in Schwangerschaft und Stillzeit Lebensmittel, die in Verdacht stehen, Allergien hervorzurufen. Aus gleichem Grund führen sie die Beikost besonders spät ein oder streichen manche potenziellen Allergieauslöser im ersten Lebensjahr ihres Kindes komplett vom Speiseplan. Aus Schäfers Sicht gibt es für einen vorbeugenden Effekt dieses Verzichtverhaltens keine Belege. Wenn möglich solle die ersten vier Monate voll gestillt und dann die Beikost eingeführt werden. Bei dieser solle gleich von Anfang an Fisch einbezogen werden, denn das hat laut dem Dermatologen eine schützende Wirkung vor Allergien. Auch die Vermeidung von Übergewicht bei Kindern dient dem Experten zufolge der Allergieprävention, da Asthmaerkrankungen besonders häufig bei übergewichtigen Kindern auftreten.

Haushalt: Hund statt Katze

Familien, bei denen ein gesteigertes Allergierisiko vorliegt, sollten sich als Haustier lieber keine Katze zulegen, die Haltung eines Hundes stellt gemäß Schäfer hingegen kein Problem dar. Wenig Sinn sieht Schäfer in dem Versuch, den Kontakt mit Hausstaubmilben z. B. durch spezielle Matratzenbezüge zu reduzieren, wenn noch keine Allergie vorliegt.

Luft: Mehr als nur Sauerstoff

Um die Entwicklung eines allergischen Asthmas nicht zu begünstigen, sollte man, so Schäfer, Kinder vor einigen schädlichen Substanzen in der Atemluft schützen. Hier sind allen voran Tabakrauch und Autoabgase zu sehen. Aber auch von Schimmelpilzen und Schadstoffen im Haushalt wie den Ausdünstungen von neuen Möbeln und Wandfarbe hält man die Kleinen aus Sicht des Allergie-Experten besser fern.

Quelle:
Gastbeitrag Professor Torsten Schäfer in Ärzte Zeitung online, 11.04.2017: Tränen, Jucken, Ausschlag? So lassen sich Allergien früh verhindern.

 

 

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